Puppensammlung

Upcycling, Sammeln, Dual Use: Wenn man nichts wegwerfen kann…

Dann entstehen zumindest ein paar interessante Instagram-Fotos. Gelegentlich versuche ich diese Schätze dann zu verschenken oder ich bastele daraus etwas anderes, das man besser verwenden kann, z.B. ein Mobile für Babies. Die sehen verrückt aus und sind auf jeden Fall viel interessanter als ein gekauftes Mobile.

Aber was kann man sonst noch damit machen? Ich versuche viele alte Papiere in meine Collagen einzufügen. Ich kaufe weniger Post-, Einladungs- oder Glückwunschkarten und bastele dieses selber aus meinen vielen alten Zeitschriften und Büchern. Das sieht auch originell aus. Einseitig bedrucktes Papier wird noch als Malpapier genutzt.

Letztens habe ich ein paar Teile von Kulissen verschenkt an einen Kindergarten. Bald kommt das Bauholz dran, wobei ich aus meiner Erfahrung gelernt habe, dass fast jedes Stück Holz noch für irgendwas passt. Also, irgendwann findet alles seine Verwendung, oft sogar die Dinge, die kaputt sind. Deshalb kann ich nur schwer etwas wegwerfen. Ich muss es zumindest verschenken oder spenden, sonst komme ich mir elend vor.

Trotzdem verhält es sich so, dass sich immer mehr ansammelt, auch wenn man vieles wegbringt. Ich bin inzwischen soweit, dass ich zweimal im Jahr bei einem Flohmarkt mitmache. Dazu habe ich dort inzwischen eine große Box, auf der steht: zu verschenken! Denn auch die Dinge, für die keiner mehr Geld ausgeben will, müssen doch irgendwo noch willkommen sein. Alles ist besser als zu viel wegwerfen.

Im letzten Jahr habe ich ein Guerilla-Gardening-Projekt gemacht, bei dem ich alte Kinderwägen (vom Sperrmüll) bepflanzt habe, was sehr schön und auffällig war. So wurde die Wägen noch ein Jahr lang benutzt und im öffentlichen Raum ausgestellt. Und ich hatte dennoch ein schlechtes Gewissen. Wir haben die Wägen extra mit einer großen Folie ausgelegt, bevor wir die Pflanzen rein gesetzt haben.

Sie standen am Ende in einem Hof und an einer Straße. Und eines Tages gab es eine laute Diskussion vor den Wägen. Eine kleine Gruppe von Frauen aus Rumänien unterhielt sich laut vor den bepflanzten Kinderwägen. Sie fanden es eine Schande, dass wir die Wägen bepflanzt hatten. Die Wägen waren allesamt so kaputt oder so zerschlissen, dass man dafür hätte kein Geld mehr bekommen können, also habe sich ihre Besitzer entschieden sie wegzuwerfen. Aber diese Frauen wollten diese Wagen und sie tatsächlich ihrem ursprünglichen Zweck zufügen.

Woran ich wieder einmal erkannt habe, dass vieles, was ich mache, aus meiner „wohlstands-verwöhnten“ deutschen Sicht heraus geschieht. Die Perspektive dieser Frauen, die offenbar noch ärmer sind, als der ärmste Deutsche es aufgrund Hartz IV sein kann, haben in den Wägen noch einen Wert gesehen. Sie können sich offenbar nicht einmal einen gebrauchten Kinderwagen leisten. So etwas hatten wir bei unserer Guerilla-Aktion nicht einmal bedacht, da wir die Wägen ja vom Sperrmüll hatten.

Ich bin im Endeffekt froh, dass die Wägen eine weitere Verwendung gefunden haben, auch wenn ich mich im Nachhinein etwas schäme, dass ich pflanzen in einen Wagen gefüllt habe, der danach wieder ein Baby beherbergen wird. Aber ich hoffe, die Wägen haben dadurch nicht so sehr gelitten. Aber in jedem Fall bin ich wieder um eine Erfahrung und um eine Sichtweise reicher.

Hier ein paar Inspirationen von verschiedenen Gegenständen, gemischt mit Flohmarkt- und Sperrmüllfunden.

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The Long Tail … Ein Muss für alle, die im Internet ihr Geld verdienen!

Autor: Chris Anderson:

Titel: The Long Tail

Verlag: Hanser

Genre: Sachbuch, populärwissenschaftlich

Nie hätte ich gedacht, dass jemand es schafft mir, in weniger als einer Minute den Sinn und die Funktion der Exponentialfunktion zu erklären. Danke Chis Anderson, auch im Namen meines Mathelehrers. Und darum geht es, bevor jetzt die ersten gelangweilt wegklicken: Der lange Ausläufer der Exponentialfunktion auf der rechten Seite der Skala, ja, das ist der der sich der unteren Skala also Null immer weiter annähert, das ist der Long Tail.

Genau in diesem Long Tail entwickelt sich unsere Wirtschaft. Von einer Wirtschaft der großen Firmen, Marken und wenigen Produzenten, hin zu einer Gesellschaft von vielen millionen kleiner Produzenten. Quasi die Demokratisierung der Wirtschaft.

Immer mehr Menschen beginnen selbst zu produzieren. Dies macht einerseits den Big-Playern Angst, denn sie fürchten nicht ganz zu Unrecht um ihre Marktanteile, um Gewinne usw. Das beste Beispiel dafür sind Zeitungen und Verlage, die diese Entwicklung zuerst erreicht hat. Die Erklärung ist einfach: Jeder kann schreiben und jeder weiß etwas, worüber er schreiben kann oder kann Geschichten erfinden. Im Internet sind schnell Plattformen für die Veröffentlichung für Selfpublisher entstanden, allen voran sicher Amazon, Lulu, BoD, ePubli und inzwischen ziehen immer mehr Verlage mit eigenen Programmen nach: NeoBooks, TigerBooks usw.

Verlage und Zeitungen müssen umdenken, um zu überleben, so wie es der Buchhandel vor einigen Jahren tat, indem er das Sortiment im Non-Book-Markt ausbaute.

Das Internet hilft also kleinen Anbietern mit Plattformen für den Vertrieb und immer günstiger und einfacher werdenden Software. Weitere Vertriebsplattformen für Designer, Künstler, Handwerker gewinnen zunehmend an Beliebtheit: DaWanda, etsy, Amazon Marketplace, ebay auch für Neuwaren und Handgemachtes. So schwindet nach und nach der Marktanteil der Big Player auch in anderen Gebieten. Sicher gibt es hochtechnologische Bereiche, die weiterhin mit hohem technischen oder sogar Forschungsaufwand einher kommen und demzufolge weniger betroffen sind: Autormobilindustrie, High-Tech-Turnschuhe, Luft- und Raumfahrt usw.

Aber wenn man sich einmal die Vielfalt bei handgenähten oder handgestrickten Puppen bei etsy oder DaWanda ansieht, und diese dann mit den Puppen der Spielzeugfirmen vergleicht, wird einem auffallen, dass die Puppen der kleinen Anbieter sehr viel einfallsreicher, originell, hochwertiger, exklusiver gestaltet sind. Insofern müssen die großen Hersteller sich auf Produkte konzentrieren, die möglichst viele Käufer interessieren, also werden sie geschmacklich den kleinsten gemeinsamen Nenner wählen (z.B. rosa!) und versuchen günstiger zu sein, als handwerkliche Puppen (durch Massenproduktion). Dadurch verschiebt sich der Marktanteil etwas von den großen Herstellern zu den vielen Kleinen.

Viele kleine Produzenten werden also insgesamt Marktanteile gewinnen. Das heißt jedoch nicht, dass die kleinen Produzenten von ihren Produkten wirklich allein leben können. Es heißt aber, dass unsere Produktewelt vielfältiger wird. Es bedeutet, dass wir als Konsumenten und Produzenten selbstbestimmter werden.

Was nun seit einigen Jahren geschieht, ist die Zunahme von Angeboten großer Firmen, die kleine kreative Hersteller in ihre Prozesse einbinden bzw. ihnen bestimmte Angebote machen: von kostengünstiger Software zur Erstellung von Produkten (TigerBooks) über Vertriebsplattformen, Gewinnspielen unter Produzenten (neobooks, ePubli).

Inzwischen haben einige Firmen (Zeitungen, Verlage) erkannt, dass sie diese Entwicklung verschlafen haben. Einige Anbieter, die schneller waren, z.B. aus der USA oder den Niederlanden drängen bereits in den deutschen Markt.

Sehr spannend und zutreffend fand ich die Problematik des physischen Einzelhandels. Ich kann es direkt an meinem Kaufverhalten erklären, denn mir geht es wie im Buch beschrieben. Ich bekomme ich Einzelhandel nicht die Informationen, die ich als Käufer gerne habe. Ich möchte vor allem wissen, wie andere Käufer das Produkt bewertet haben (der Amazon-Effekt). Manche Käufer interessieren sich dafür, wo und wie das Produkt gefertigt wurde und wie sozial ein Unternehmen z.B. als Arbeitgeber ist (ja, sogar Amazon-Käufer kaufen dort von sozialen Unternehmen oder auf Fairtrade). Im Einzelhandel fehlt mir die Zeit zum informieren, das W-Lan, die nächtliche Recherche am PC. Trotzdem wird der Einzelhandel aller Panikmache zum Trotz nicht aussterben. Wenn ich weiß, in welchem Laden ich was bekomme, dann gehe ich da auch gerne hin zum Einkaufen. Wenn die Produkte stimmen oder ich die Marke kenne und mag, dann gehe ich auch physisch einkaufen. Es wird eben nur viel weniger. Und das setzt den Einzelhandel unter Druck. Man muss reagieren, das Sortiment diversifizieren, so wie es Thalia tat, als sie aus ihren Buchläden Geschenk- und Spielzeugläden machten.

Chris Anderson bezeichnet die Nebenwirkungen einer solchen Veränderung des klassischen Marktes:

1. Wenn jeder Produzent ist, bedeutet das mehr Konkurrenz! Dadurch wird die Auffindbarkeit des richtigen Produktes noch wichtiger (Macht von Suchmaschinen! Bedeutung von SEO und Bedeutung von Social Media Marketing)

2. Aufmerksamkeit erwecken (klassische Werbung funktioniert aufgrund ihrer Streuung nicht mehr (so auch Brand eins!), sondern es muss mehr in Sozialen Peer-Gruppen gedacht werden, es wird in Zukunft mehr Berater für den Einkauf geben (Blogger, Youtuber gewinnen an Bedeutung, so auch Christian Scholz in Generation Z)

3. Grundlegende Probleme des physischen Einzelhandels.

Aus meiner Sicht am spanendsten finde ich die Entwicklung, dass zunehmend mehr Menschen von dem leben können, was ihnen Spaß macht, dass sich unsere Arbeitswelt dadurch verändert, dass wir als Arbeitnehmer gleichzeitig Produzenten werden und dass sich dadurch unser Wirtschaftsystem stark verändern könnte. Chris Anderson zitiert häufig Marx und dies tut er zu Recht, denn Marx hätte es wohl mit Stolz erfüllt, mit welcher Selbstverständlichkeit unsere junge Generation heute die Produktionsmittel selbst in die Hand nimmt und leichtfüßig etwas produziert und so aus der Nische eines abhängigen Beschäftigten herausbricht.

Stilistisch ist das Buch sehr unterhaltsam geschrieben und trotz Erklärung der Exponentailfunktion leicht verständlich. Ich konnte kaum aufhören zu lesen, so spannend fand ich es.

Ich empfehle das Buch allen, nicht nur allen Selfpublishern und Produzenten, sondern auch Medien- und Marketing-Leuten, Angestellten, Bloggern usw. Es bietet einen viele neue Ideen, wo sich unsere Wirtschaft gerade hin etwickelt.

Für mich erhält das Buch glatte fünf von fünf Punkten, weil es umfassend und gut belegt ist. Es ist geradezu ein Standardwerk, das aufzeigt, wo sich unser Wirtschaftssystems hin entwickelt.

Generation Z: Die Kuschelkohorte?

Titel: Generation Z: Wie sie tickt, was sie verändert und warum sie uns alle ansteckt

Autor: Christian Scholz

Verlag: Wiley-VCH

Genre: Sachbuch, populärwissenschaftlich (meine Einschätzung), Fachbuch würde ich eher nicht sagen, dafür fehlt mir die Wissenschatlichkeit!

Die Einteilung in eine Generation ist eine starke Verallgemeinerung, es ist auch Spekulation. Das gibt Christian Scholz selbst zu. Er führt eine Menge interessanter Literatur an, um seine vielen Thesen zu belegen. Literatur, die wiederum selbst Thesen beinhaltet. Direkte Nachweise seiner Aussagen, z.B. durch Statistiken fehlen weitestgehend. Deshalb ist dies sicher kein wissenschaftliches Buch – allenfalls ein populär-wissenschaftliches.

Und trotzdem gelingt es ihm eine Menge interessanter Entwicklungen aufzuzeigen.

Der Großteil des Buches widmet sich der Charakterisierung der Mitglieder der Generation Z als Arbeitnehmer. Insofern ist es wohl für den klassischen PR-Berater und Recruiter eine gute Lektüre. Die „Kuschelkohorte“ wird beschrieben, als immer online und bequem, als anspruchsvoll. Dass man auch von zuhause aus oder vom Café aus arbeiten darf, wird genauso selbstverständlich angesehen, wie der pünktliche Feierabend. Hier hat der Autor sicher nicht ganz unrecht, denn dem Buch liegt die These zugrunde, dass die Generation Z es sich aussuchen kann, wo sie arbeitet. Denn uns werden laut vielen Hochrechnung eine Menge gut qualifizierter Arbeitskräfte fehlen. Ob diese Voraussagen so eintreffen werden, ist aber reine Spekulation. Eines ist jedoch klar, die jüngere Generation hat mehr Möglichkeiten, sich selbst zu verwirklichen. Heute kann man als Blogger, Youtuber, Selfpublisher oder mit handwerklichen Arbeiten auf etsy selbst ein Einkommen erwirtschaften, ohne darauf angewiesen zu sein, einen Job anzunehmen, der einem absolut nicht zusagt, zumindest wenn man gut ausgebildet ist. Falls es hierdurch tatsächlich zu einer Verknappung kommen sollte, die im Moment nur bestimmte Branchen (Handwerk) betrifft, dann werden Arbeitgeber in Zukunft wohl wirklich gute Arbeitsbedingungen anbieten müssen, um Nachwuchs zu bekommen.

Christian Scholz schreibt für die Wirtschaft – vor allem für den HR-Bereich. Die hier verbreitete Angst, dass in Zukunft nicht mehr die Arbeitgeber, sondern die Arbeitnehmer die Arbeitsbedingungen diktieren könnten, hat ihn offenbar zu diesem Buch motiviert. Immer wieder nimmt er diese Sichtweise auf, um aufzuzeigen, wie wichtig ein frühes Umdenken im Personalbereich notwendig ist. Bei mir erweckte er damit den Eindruck, dass er vor allem für sich als Berater und Redner werben möchte. Und sicher wird es genügend Firmen geben, die sein Konzept der Verallgemeinerung und Weissagung als Anlass nehmen werden, ihn als Berater anzuwerben.

Am Ende widmet der Autor sich dennoch der Generation Z als Konsumenten. Aufgrund der Knappheit dieses wichtigen Themas, wage ich zu spekulieren, dass hier nicht sein eigentliches Beratungsgebiet liegt. Dennoch stellt er hier wichtige Ergebnisse heraus: Nämlich die Wichtigkeit von „Kuratoren“: Also von Menschen, die in Blogs, Youtube oder Social Media für ein Produkt oder eine Marke werben. Damit hat er eine sicher richtige, wenn auch relativ offensichtliche Veränderung im Handel festgestellt (ähnlich bei Chris Anderson in The Long Tail).

Er stellt heraus, dass das Produkt in Zukunft wichtiger ist, als die Marke. Bei diesen Ausführungen fehlt mir leider die Belegung dieser Spekulation. Außerdem bleiben im Gegensatz zum HR-Bereich im ersten Teil des Buches die Ausführungen sehr kurz und vage.

Stilistisch ist das Buch unterhaltsam und kurzweilig geschrieben. Es hat Spaß gemacht es zu lesen. Für alle, die im HR-Bereich tätig sind, ist es sicher empfehlenswert sich auf diese Weise dem Thema Veränderung in der Nachwuchsgewinnung zu nähern.

Für mich leider nur 3 von 5 Punkten.

Denn trotz gutem Unterhaltungswert und einer guten Zusammenfassung, der zur Generation Z erschienen Literatur, ist der Wahrheitsgehalt fragwürdig. Daher ein Punkt Abzug wegen des mangelndes Wahrheitsgehaltes und der vielfachen Spekulation, einen weiteren Punkt Abzug, gibt es, weil ich mir mehr Statistiken erhofft hatte oder zumindest teilweise der Verweis auf wissenschaftliche Studien.

Tattersall Mannheim

Heute nix geschafft: Oder was ich mache, wenn ich mich zu gar nichts motivieren kann

Da ich länger nichts habe von mir hören lassen, wollte ich wenigsten etwas sehen lassen:

Wenn ich mich zu nichts motivieren kann, dann brauche ich entweder Natur, Sport, ein Buch oder ich muss ein Bild malen.

Heute entstand ein Bild, dass ich schon länger geplant habe. Ich hatte sehr viel Spaß dabei, die Zeit verging wie im Flug und ich habe ca. 8 Stunden gebraucht. Immerhin ist es 40 x 60 cm groß (Acryl auf Leinwand). Jetzt bleibt nur die Frage, wohin damit.

Jetzt habe ich hoffentich genug Kreativität raus gelassen, um den ganzen anstehenden Verwaltungskram, Formatierungen usw zu machen, sowie einen neuen Blogartikel zu schreiben. Ich bin richtig erleichtert und glücklich, wenn ein Bild, das schon so lange in meinem Kopf war und raus wollte, endlich raus ist.

Schiffe Mittelmeer

Aufstand der Anständigen – Flüchtlingsgeschichten

Meine erste selbstorganisierte Blogparade:

Der Begriff „Aufstand der Anständigen“ stammt von Alt-Kanzler Schröder. Aber wieder ins Spiel gebracht hat ihn Anja Reschke von der ARD. Von Anja Reschke stammt auch der Aufruf zum Aufstand der Anständigen!

Anja Reschke hat Recht, wir müssen uns alle für unsere Gesellschaft, in der wir leben, einsetzen. Deshalb tue ich das hiermit, indem ich diese Blogparade ins Leben rufe.

Flüchtlinge in Deutschland?

Wie geht es Flüchtlingen in Deutschland? Welchen Weg sind sie gegangen, um hier her zu gelangen? Was mussten sie aufgeben? Was waren ihre Beweggründe? Mit nichts als dem, was man am Körper trägt, in ein neues Land zu gehen, dessen Kultur man nicht kennt. Wie fühlt sich das an? Haben Flüchtlinge Angst, vor dem, was auf sie zu kommt? Oder haben sie Angst, dass sie es nicht schaffen? Was haben Ihnen die Schleuser erzählt?

Ward ihr selber Flüchtlinge? Waren eure Eltern Flüchtlinge? Sind Vertriebene auch Flüchtlinge? Ihr könnt gerne auch einen Flüchtling befragen und das Interview posten.

Ich lade Euch dazu ein, einen Blogbeitrag zum Thema „Aufstand der Anständigen – Flüchtlingsgeschichten“ zu schreiben.

Beleiedigende, rassistische oder ausländerfeindliche Beiträge werden nicht genannt und nicht verlinkt, um nicht Werbung für menschenverachtende Blogs zu machen. Meine Parade, meine Regeln!

Was ist eine Blog-Parade?

Eine Blog-Parade ist eine Blog-Veranstaltung. Ich bin hierbei Veranstalter und lege die Regeln fest. Ich fordere Euch dazu auf, bis zum 30.09.2015, einen Artikel zu diesem Thema in eurem Blog zu veröffentlichen und mich dann über die Veröffentlichung zu informieren. Am besten, Ihr schreibt mir hier einen Kommentar, dann habe ich euch im Blick.
Spätestens nach dem Ablauf des vorgegebenen Zeitraums liste ich in einem neuen Blogbeitrag alle eingereichten Artikel auf. Besonders tolle, einfallsreiche Beiträge werde ich kommentieren und am Ende meinen Sieger prämieren. Den Sieger-Beitrag werde ich hier rebloggen. Zu gewinnen gibt’s leider nichts, aber dafür die Gewissheit, eine gute Sache unterstützt zu haben. Eventuell reblogge ich auch mehrere gute Beiträge.

Ich weise darauf hin, dass rassistische, ausländerfeindliche und beleidigende Beiträge von mir nicht verlinkt werden und unter Umständen aus der Aufzählung fliegen oder einen negativen Kommentar bekommen, je nach Schwere des Verstoßes. In diesem Falle bin ich der Richter, da es meine Blog-Parade ist. Ich verspreche aber, dass auch fair und verantwortlich vorgetragene Kritik von mir tolleriert wird.

Viel Spaß beim Schreiben!

Ich habe Lust, jemanden zu diesem Thema zu interviewen. Einen weiteren Beitrag stellt mein Buch dar, das eine Flüchtlingsgeschichte beschreibt.

Beachtet den Einsendeschluss: 30.09.2015

Fantasie

Ich war unglücklich…

Das sagen Autoren ja häufiger über sich. Ich habe heute eine neue Geschichte angefangen zu schreiben. Noch kann ich nicht sagen, ob ich sie tatsächlich bis zum Ende bringe. Ich habe lange auf diese Inspiration gewartet.
Aber zum Thema unglücklich: Ich merkte es, als ich anfing heute nachmittag in einem Cafè zu schreiben: Ich war unglücklich in den letzten zwei Wochen. Einerseits war ich natürlich glücklich, dass mein Crowdfunding erfolgreich verlief und dass mein erstes Buch endlich publiziert ist.
Andererseits war ich gleichzeitig unglücklich, weil ich nun ganz plötzlich kein Projekt mehr hatte. Ich habe ja geschrieben, dass ich einige Pläne habe. Aber etwas fehlte. Während ich versuchte die Kinderbuchprojekte nach ihrem Fortschritt zu beurteilen und mich schwer tat, sie zu überarbeiten, merkte ich, dass mir das Schreiben fehlte. Das inspirierte Schreiben. Der Drang zu schreiben. Die Sucht, die entsteht, wenn man eine neue Geschichte beginnt. Wenn man Tag und Nacht an seine Protagonisten denkt.
Die Kinderbücher haben diesen Punkt der Inspiration bereits überwunden. Sie sind zu reinen Fleißprojekten geworden, in deren Vollendung, Überarbeitung, Formatierung in den nächsten Wochen und Monaten viel Arbeit gesteckt werden muss. Natürlich macht auch dies Spaß. Aber es ist nicht vergleichbar mit der Freude neue Geschichten und Protagonisten zu erfinden.

Heute begann ich eine Geschichte, mit der ich mich seit ca. einem Jahr trage. Oder, wie mein früherer Kunstlehrer sagte, Schwanger ging.

Ich spürte diese Faszination, wenn eine Stimme aus mir heraus kommt und mir ganze Sätze in den Sinn kommen, als würde ich sie lesen. Plötzlich war diese Stimme da, die Sprache, nach der ich gesucht hatte. Ich hatte vieles in letzter Zeit angelesen und es dann beiseite gelegt, weil mir die Ruhe zum Lesen fehlte. Denn eigentlich wollte ich lieber selber wieder eine Geschichte finden. Es gibt Bücher, die mich sprachlich inspirieren und ich muss direkt anfangen zu schreiben. Aber in den letzen Wochen half nichts. Ich habe jede Woche mehrere potentielle Plots in meine Notizbücher geschrieben. Ich wusste, dass es irgendwann soweit sein würde, dass irgendwann ein erster Satz, eine Sprache aus mir raus quellen würden, die mir wie magisch den Stift führt.

Nun ist sie da: die Stimme, die Sprache, die Sätze wie von Geisterhand. Ich weiß, dass zugleich die schwierige Aufgabe des Plottens vor mir steht. Es kommen viele Stellen, an denen ich immer wieder stocken werde, weil die Geschichte in meinem Kopf und Notizen natürlich nur grob geplottet war.

Aber am unglücklichsten werde ich immer am Ende sein. Mir wird ein riesiger Stein vom Herzen fallen, weil ich eine Geschichte zu Ende geschrieben habe. Aber noch schlimmer, zumindest in meinem ersten Buch, war die Trauer über den Verlust meiner Protagonisten. Ich habe sie geliebt. Ich habe beim Schreiben Zeit mit ihnen verbracht. Wenn ich heute in mein Buch hinein lese, bin ich immer wieder fasziniert vom Eigenleben meiner Protagonisten, von ihren Einfällen und den Wendungen. Ich frage mich, wie ich es geschafft habe, dass sie so eigenständig und lebendig wurden.
Eigentlich klingt es verrückt, das zu zu geben, was eigentlich nur meine Lektorinnen bisher wussten. Wenn ich in mein Buch lese, ist es als würde ich alte Freunden wieder treffen. Verrückt ist auch, dass einige der Anekdoten meiner Protagonisten so bildlich in meiner Fantasie leben, dass ich heute nicht mehr weiß, ob sie ein reales Vorbild hatten, oder ob sie komplett meiner Fantasie entsprungen sind. Bei den meisten Anekdoten weiß ich es noch, aber einige habe ich mir vielleicht zu lange oder zu oft vorgestellt. So fühlt es sich für mich beim Lesen an, als wären einige Figuren ganz real.

Ich hoffe, dass ich diese Faszination, die mich vor allem bei einem längeren Buch in den Bann zieht, nun wieder mein Leben bereichern wird.

Autorin sein, bedeutet jedes Hoch und Tief seiner Protagonisten zu durchleben. Ich bin gespannt, was mich in meiner neuen Geschichte erwartet. Beim letzten Mal, haben meine Protagonisten sich am Ende zu einem anderen Schluss entschieden als ich. Das war sehr intensiv. Schreiben ist sehr intensiv!

Bucht Malta

Malta – ein Reisebericht (sehr alt – heute schreibe ich um einiges besser)

Hallo Ihr Lieben,

jetzt schreibe ich etwas seltener, denn es ist weiter zum Internet.

Wir haben im Moment viele Stürme und häufig regen. Trotzdem blühen hier schon die Bananen und während die einen Orangenbäume schon überreife Früchte tragen, tragen die anderen weiße Blüten, die aussehen wie geöffnete Schneeglocken und einen betörend süßen Duft von Jasmin und Honig verbreiten. Die Stürme wehen die Blüten auf die Straßen und verteilt ihren Duft. Jetzt blühen auch die letzten dieser wunderschönen lila Judasbäume, ganze Alleen leuchten in dieser Farbe. Ein sehr interessant geformtes Kraut, dass hier viele Bodenflächen überzieht und aussieht als wäre es aus einem Harry Potter Roman raus gewachsen, hat riesen pinke Blumen bekommen. Es trägt den wunderschönen Namen „Mittagsblume“. Und ich habe einen Baum mit roten Riesenblumen entdeckt.

Dazu habe ich bemerkt, dass das Meer wirklich jeden Tag eine andere Farbe hat. Von meinem Hügel laufe ich jetzt oft morgens kurz nach Sonnenaufgang runter zur Stadt und sehe nur Meer bis zum Horizont. Wenn der Himmel stahlgrau ist, sieht das Meer aus wie gebürsteter Edelstahl.  Wo die Wolken aufreisen, ist das Meer hellgrau bis eisblau. Wenn nur ein winziger Funken rot im Morgenhimmel ist, leuchtet das ganze Meer rot-orange-pink. Hier kann man wohl endlose Studien zu den Meerfarben machen.

Jeden Morgen diskutiere ich mit einer österreichischen Auswanderin, die schon lange hier ist, wie Malta auf uns wirkt. Und wir sind der festen Überezeugung, dass alle nord- und mitteleuropäischen Auswanderer sich hier am Anfang unwohl fühlen und sich über vieles aufregen, dass hier nicht gut läuft. Aber nach einiger Zeit (wohl mindestens drei Monate) gewöhnt man sich daran und entspannt sich. Dann lässt man locker und erkennt die schönen Seiten Maltas. Gut, dass ich nicht noch viel länger bleibe, sonst ginge es mir wie den anderen und ich würde nicht mehr weg wollen.

Es scheint Orte zu geben, an denen das Glück wohnt. Die Malteser sind nach der neuesten schwedischen Statistik die glücklichsten Menschen auf der Welt (trotz der vielen Ungerechtigkeiten). Letztes Jahr hatte, wenn ich mich recht erinnere, mit Island auch eine Insel gewonnen, die voller Naturschönheit ist.

Erstens ist das Inselleben komplett anders als das Leben auf einem Kontinent mit Nachbarländern – und zwar in jeder Hinsicht.

Zweitens bin ich mir sicher, dass die Menschen die Schönheit und die Farben des Meeres in sich aufnehmen. Sie saugen mit jedem Blick diese intensiven Farben in sich ein und reflektieren sie dann nach außen. Hier ist nicht nur die Malerei hauptsächlich blau und kunterbunt wie die wilde Blumenwelt, sondern auch die Häuser, Autos, Straßen. Hier haben alle Fenster  leuchtend rote, blaue oder grüne Fensterläden und eine Holztür in der gleichen Farbe. Es gibt kaum graue Betonbrücken oder Betonklötze.  Wie schön würden wohl selbst die grauesten und hässlichsten Städte Deutschlands aussehen, wenn wir alle unseren Häuser mit knallbunten Fensterläden und Türen versehen würden, wenn wir die Brückenpfeiler bunt anmalen würden und selbst die Betonbrücken? In Deutschland habe ich mich schon immer gewundert, warum alles so grau sein muss und alle grau-metallic, silbergraue, weiße und schwarze Autos fahren. Solche Farben fahren hier fast nur die mittel- und nordeuropäischen Ausländer. Die meisten Autos sind kunterbunt. Viele haben einen bunten kitschigen Altar an ihrer Hauswand und gestalten ihre privaten Wohnzimmerfenster wie kleine Schaufenster mit bunten Vorhängen und Figuren im Fenster. Hier ist die ganze Welt bunt und das ist ein Ausdruck, den das Meer mit seinen tausend leuchtenden Farben in die Menschen pflanzt. Ich habe schon fast etwas Angst nach Hause zu kommen. Zum Glück ist meine Wohnung in Farbe, wie alle wissen, die schon mal da waren. Sonst müsste ich gleich depressiv werden, wenn ich wieder nach Deutschland komme.

Liebe Grüße aus Malta

Isa

Leos Reise

Vom Glück das eigene Buch in Händen zu halten

Es ist schon ein verrücktes und erhabenes Gefühl ein gedrucktes Buch von sich nach Jahren der Arbeit in Händen zu halten. Ich gebe jetzt zu, dass ich es den ganzen Tag in der Handtasche mit mir rumtrage, und voll das Grinsen auf dem Gesicht habe.

Mir fiel ein riesen Stein vom Herzen, als ich sah, dass mein Buch bestellbar ist, als ich es in Händen hielt. Man hat so viel investiert und gekämpft. Und fünf Überarbeitungen sind ein Kampf, dass kann ich euch sagen. Da mag man das eigene Buch nicht mehr so sehr, wenn man es so oft überarbeiten und ausbessern muss, wenn man sich tagelang wegen heikler Fragen und Charaktere oder unlogischer Stellen den Kopf zerbricht.

Ich war so freudig, dass ich meinen Urlaub direkt nach der Veröffentlichung geplant hatte. Ich musste raus und einfach so viel anderes machen, dass ich den Druck und Stresse der letzten Wochen vergessen konnte und es hat geholfen. Ich habe eine Woche nicht nach meinen Statistiken oder Verkaufszahlen, Rankings usw geschaut. Ich habe einfach vergessen, dass ich gerade ein Buch veröffentlicht habe.

Kaum zurück in Deutschland, kam auch schon die Buchlieferung. Seit dem, liegt eines immer in der Handtasche. Nein! Ich zeige es nicht jedem! Ich will zwar, aber ich reiße mich zusammen;-) Das wäre irgendwann dann nervend für die anderen, das weiß ich.

Jetzt schmiede ich Pläne für die Zukunft:

9 Projekte, die ich noch im August anfangen und teilweise umsetzen möchte:

  1. mehr bloggen
  2. ein neues Stop-Motion-Video drehen, dass ich schon geplant habe
  3. das zweite eBook fertig stellen: reines eBook – Kinderbuch
  4. beim dritten Kinderbuch endlich den Illustrator beauftragen
  5. ein Märchenbuch zusammen mit einer Freundin raus bringen, dazu werden wir gegenseitig im August unsere Texte lektorieren und ich werde dann wohl illustrieren…. vermutlich….wenn ich mich traue!
  6. beim vierten Kinderbuch suche ich noch einen Illustrator!
  7. einige neue Formate für meinen Blog und den Blog einer Freundin entwerfen und probieren
  8. vielleicht fange ich an, einen zweiten Teil zu Leo zu schreiben, das offene Ende schreit nach einer Fortsetzung
  9. Ich werde erste Lesungen geben, organisieren und mich um weitere bewerben!