„Und Sie haben keinen Verlag gefunden?“

Jetzt hatte ich doch so viel zu tun, dass ich länger keine Zeit zum Bloggen hatte. Ich nutze diese Seite inzwichen fast ausschließlich als Autorenseite. Doch jetzt, nachdem ich einige Lesungen gehalten habe, möchte ich euch gerne  davon berichten.

Da meine Lesung die Themen Flucht, Rassisus und Fremdenfeindlichkeit behandlt, hat die Erfahrung gezeigt, dass die Schüler gleich alt sein sollten, damit alle zumindest die Themen verstehen. So wurde ich in letzter Zeit immer für 3. und 4. Klassen gebucht. Die Lesungen beginnen mit dem Spiel „Ich packe meinen Koffer“ und enden mit afrikanischen Spielsachen, die ich von Afrikareisenden bekommen oder teilweise selbst nach gebaut habe.

Die Lesungen kommen bei den Bibliotheken, Lehrern und Schülern immer super gut an und werden teilweise für bis zu 70 Kinder gebucht, was mir persönlich schon ein bisschen viel ist, wegen der entstehenden Unruhe. Aber die Bibliotheken bestätigen mir immer eine hohe Nachfrage, was mich wirklich freut.

Ich kann wirklich jeden nur ermutigen, mit seinen Themen selbstbewusst zu in die Öffentlichkeit zu gehen und sein Buch zu veröffentlichen. Ich bezeichne mich inzwischen wie selbstverständlich als Autorin und dabei haben meine lieben Bibliothekare mich sehr unterstützt. Denn sie zeigen mir mit ihrem Interesse an meinem Buch und mit ihrem Lob, dass ich etwas Richtiges getan habe und es wohl auch relativ gut getan habe.

Hätte ich mein Buch brav auf meiner Festplatte liegen gelassen und nicht selbst veröffentlicht, wäre mir diese tolle Erfahrung verborgen geblieben. Denn es ist unglaublich toll in so viele begeisterte und fragende Kinderaugen zu blicken. Ich kann es gar nicht erwarten, die nächsten Lesungen (mit Spiel und Diskussion) zu halten!

Lustig ist, dass am Ende die Lehrer und Bibliothekare oft fragen, ob ich keinen Verlag gefunden hätte. Dies muss ich dann leider verneinen. Inzwischen klingt diese Verneinung aber etwas selbstbewusster als früher.

Ich werde dann manchmal gefragt: „Warum?“, und auch hier bin ich inzwischen viel selbstbewusster: Ich sage, ich weiß es nicht, weil die Absagen sehr nach Standard-Absagen klangen. Ich sage dann, ich vermute, es hat eben nicht ins Programm gepasst. Vielleicht wollten die Verlage keine Bücher mit Katzen als Protagonisten oder mein Schreibstil hat ihnen nicht gefallen oder ich war einfach viel zu früh mit den Themen Flucht, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit dran. Jetzt inzwischen sind die Verlage schon offen für Flüchtlingsgeschichten.

 

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