Puppensammlung

Upcycling, Sammeln, Dual Use: Wenn man nichts wegwerfen kann…

Dann entstehen zumindest ein paar interessante Instagram-Fotos. Gelegentlich versuche ich diese Schätze dann zu verschenken oder ich bastele daraus etwas anderes, das man besser verwenden kann, z.B. ein Mobile für Babies. Die sehen verrückt aus und sind auf jeden Fall viel interessanter als ein gekauftes Mobile.

Aber was kann man sonst noch damit machen? Ich versuche viele alte Papiere in meine Collagen einzufügen. Ich kaufe weniger Post-, Einladungs- oder Glückwunschkarten und bastele dieses selber aus meinen vielen alten Zeitschriften und Büchern. Das sieht auch originell aus. Einseitig bedrucktes Papier wird noch als Malpapier genutzt.

Letztens habe ich ein paar Teile von Kulissen verschenkt an einen Kindergarten. Bald kommt das Bauholz dran, wobei ich aus meiner Erfahrung gelernt habe, dass fast jedes Stück Holz noch für irgendwas passt. Also, irgendwann findet alles seine Verwendung, oft sogar die Dinge, die kaputt sind. Deshalb kann ich nur schwer etwas wegwerfen. Ich muss es zumindest verschenken oder spenden, sonst komme ich mir elend vor.

Trotzdem verhält es sich so, dass sich immer mehr ansammelt, auch wenn man vieles wegbringt. Ich bin inzwischen soweit, dass ich zweimal im Jahr bei einem Flohmarkt mitmache. Dazu habe ich dort inzwischen eine große Box, auf der steht: zu verschenken! Denn auch die Dinge, für die keiner mehr Geld ausgeben will, müssen doch irgendwo noch willkommen sein. Alles ist besser als zu viel wegwerfen.

Im letzten Jahr habe ich ein Guerilla-Gardening-Projekt gemacht, bei dem ich alte Kinderwägen (vom Sperrmüll) bepflanzt habe, was sehr schön und auffällig war. So wurde die Wägen noch ein Jahr lang benutzt und im öffentlichen Raum ausgestellt. Und ich hatte dennoch ein schlechtes Gewissen. Wir haben die Wägen extra mit einer großen Folie ausgelegt, bevor wir die Pflanzen rein gesetzt haben.

Sie standen am Ende in einem Hof und an einer Straße. Und eines Tages gab es eine laute Diskussion vor den Wägen. Eine kleine Gruppe von Frauen aus Rumänien unterhielt sich laut vor den bepflanzten Kinderwägen. Sie fanden es eine Schande, dass wir die Wägen bepflanzt hatten. Die Wägen waren allesamt so kaputt oder so zerschlissen, dass man dafür hätte kein Geld mehr bekommen können, also habe sich ihre Besitzer entschieden sie wegzuwerfen. Aber diese Frauen wollten diese Wagen und sie tatsächlich ihrem ursprünglichen Zweck zufügen.

Woran ich wieder einmal erkannt habe, dass vieles, was ich mache, aus meiner „wohlstands-verwöhnten“ deutschen Sicht heraus geschieht. Die Perspektive dieser Frauen, die offenbar noch ärmer sind, als der ärmste Deutsche es aufgrund Hartz IV sein kann, haben in den Wägen noch einen Wert gesehen. Sie können sich offenbar nicht einmal einen gebrauchten Kinderwagen leisten. So etwas hatten wir bei unserer Guerilla-Aktion nicht einmal bedacht, da wir die Wägen ja vom Sperrmüll hatten.

Ich bin im Endeffekt froh, dass die Wägen eine weitere Verwendung gefunden haben, auch wenn ich mich im Nachhinein etwas schäme, dass ich pflanzen in einen Wagen gefüllt habe, der danach wieder ein Baby beherbergen wird. Aber ich hoffe, die Wägen haben dadurch nicht so sehr gelitten. Aber in jedem Fall bin ich wieder um eine Erfahrung und um eine Sichtweise reicher.

Hier ein paar Inspirationen von verschiedenen Gegenständen, gemischt mit Flohmarkt- und Sperrmüllfunden.

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The Long Tail … Ein Muss für alle, die im Internet ihr Geld verdienen!

Autor: Chris Anderson:

Titel: The Long Tail

Verlag: Hanser

Genre: Sachbuch, populärwissenschaftlich

Nie hätte ich gedacht, dass jemand es schafft mir, in weniger als einer Minute den Sinn und die Funktion der Exponentialfunktion zu erklären. Danke Chis Anderson, auch im Namen meines Mathelehrers. Und darum geht es, bevor jetzt die ersten gelangweilt wegklicken: Der lange Ausläufer der Exponentialfunktion auf der rechten Seite der Skala, ja, das ist der der sich der unteren Skala also Null immer weiter annähert, das ist der Long Tail.

Genau in diesem Long Tail entwickelt sich unsere Wirtschaft. Von einer Wirtschaft der großen Firmen, Marken und wenigen Produzenten, hin zu einer Gesellschaft von vielen millionen kleiner Produzenten. Quasi die Demokratisierung der Wirtschaft.

Immer mehr Menschen beginnen selbst zu produzieren. Dies macht einerseits den Big-Playern Angst, denn sie fürchten nicht ganz zu Unrecht um ihre Marktanteile, um Gewinne usw. Das beste Beispiel dafür sind Zeitungen und Verlage, die diese Entwicklung zuerst erreicht hat. Die Erklärung ist einfach: Jeder kann schreiben und jeder weiß etwas, worüber er schreiben kann oder kann Geschichten erfinden. Im Internet sind schnell Plattformen für die Veröffentlichung für Selfpublisher entstanden, allen voran sicher Amazon, Lulu, BoD, ePubli und inzwischen ziehen immer mehr Verlage mit eigenen Programmen nach: NeoBooks, TigerBooks usw.

Verlage und Zeitungen müssen umdenken, um zu überleben, so wie es der Buchhandel vor einigen Jahren tat, indem er das Sortiment im Non-Book-Markt ausbaute.

Das Internet hilft also kleinen Anbietern mit Plattformen für den Vertrieb und immer günstiger und einfacher werdenden Software. Weitere Vertriebsplattformen für Designer, Künstler, Handwerker gewinnen zunehmend an Beliebtheit: DaWanda, etsy, Amazon Marketplace, ebay auch für Neuwaren und Handgemachtes. So schwindet nach und nach der Marktanteil der Big Player auch in anderen Gebieten. Sicher gibt es hochtechnologische Bereiche, die weiterhin mit hohem technischen oder sogar Forschungsaufwand einher kommen und demzufolge weniger betroffen sind: Autormobilindustrie, High-Tech-Turnschuhe, Luft- und Raumfahrt usw.

Aber wenn man sich einmal die Vielfalt bei handgenähten oder handgestrickten Puppen bei etsy oder DaWanda ansieht, und diese dann mit den Puppen der Spielzeugfirmen vergleicht, wird einem auffallen, dass die Puppen der kleinen Anbieter sehr viel einfallsreicher, originell, hochwertiger, exklusiver gestaltet sind. Insofern müssen die großen Hersteller sich auf Produkte konzentrieren, die möglichst viele Käufer interessieren, also werden sie geschmacklich den kleinsten gemeinsamen Nenner wählen (z.B. rosa!) und versuchen günstiger zu sein, als handwerkliche Puppen (durch Massenproduktion). Dadurch verschiebt sich der Marktanteil etwas von den großen Herstellern zu den vielen Kleinen.

Viele kleine Produzenten werden also insgesamt Marktanteile gewinnen. Das heißt jedoch nicht, dass die kleinen Produzenten von ihren Produkten wirklich allein leben können. Es heißt aber, dass unsere Produktewelt vielfältiger wird. Es bedeutet, dass wir als Konsumenten und Produzenten selbstbestimmter werden.

Was nun seit einigen Jahren geschieht, ist die Zunahme von Angeboten großer Firmen, die kleine kreative Hersteller in ihre Prozesse einbinden bzw. ihnen bestimmte Angebote machen: von kostengünstiger Software zur Erstellung von Produkten (TigerBooks) über Vertriebsplattformen, Gewinnspielen unter Produzenten (neobooks, ePubli).

Inzwischen haben einige Firmen (Zeitungen, Verlage) erkannt, dass sie diese Entwicklung verschlafen haben. Einige Anbieter, die schneller waren, z.B. aus der USA oder den Niederlanden drängen bereits in den deutschen Markt.

Sehr spannend und zutreffend fand ich die Problematik des physischen Einzelhandels. Ich kann es direkt an meinem Kaufverhalten erklären, denn mir geht es wie im Buch beschrieben. Ich bekomme ich Einzelhandel nicht die Informationen, die ich als Käufer gerne habe. Ich möchte vor allem wissen, wie andere Käufer das Produkt bewertet haben (der Amazon-Effekt). Manche Käufer interessieren sich dafür, wo und wie das Produkt gefertigt wurde und wie sozial ein Unternehmen z.B. als Arbeitgeber ist (ja, sogar Amazon-Käufer kaufen dort von sozialen Unternehmen oder auf Fairtrade). Im Einzelhandel fehlt mir die Zeit zum informieren, das W-Lan, die nächtliche Recherche am PC. Trotzdem wird der Einzelhandel aller Panikmache zum Trotz nicht aussterben. Wenn ich weiß, in welchem Laden ich was bekomme, dann gehe ich da auch gerne hin zum Einkaufen. Wenn die Produkte stimmen oder ich die Marke kenne und mag, dann gehe ich auch physisch einkaufen. Es wird eben nur viel weniger. Und das setzt den Einzelhandel unter Druck. Man muss reagieren, das Sortiment diversifizieren, so wie es Thalia tat, als sie aus ihren Buchläden Geschenk- und Spielzeugläden machten.

Chris Anderson bezeichnet die Nebenwirkungen einer solchen Veränderung des klassischen Marktes:

1. Wenn jeder Produzent ist, bedeutet das mehr Konkurrenz! Dadurch wird die Auffindbarkeit des richtigen Produktes noch wichtiger (Macht von Suchmaschinen! Bedeutung von SEO und Bedeutung von Social Media Marketing)

2. Aufmerksamkeit erwecken (klassische Werbung funktioniert aufgrund ihrer Streuung nicht mehr (so auch Brand eins!), sondern es muss mehr in Sozialen Peer-Gruppen gedacht werden, es wird in Zukunft mehr Berater für den Einkauf geben (Blogger, Youtuber gewinnen an Bedeutung, so auch Christian Scholz in Generation Z)

3. Grundlegende Probleme des physischen Einzelhandels.

Aus meiner Sicht am spanendsten finde ich die Entwicklung, dass zunehmend mehr Menschen von dem leben können, was ihnen Spaß macht, dass sich unsere Arbeitswelt dadurch verändert, dass wir als Arbeitnehmer gleichzeitig Produzenten werden und dass sich dadurch unser Wirtschaftsystem stark verändern könnte. Chris Anderson zitiert häufig Marx und dies tut er zu Recht, denn Marx hätte es wohl mit Stolz erfüllt, mit welcher Selbstverständlichkeit unsere junge Generation heute die Produktionsmittel selbst in die Hand nimmt und leichtfüßig etwas produziert und so aus der Nische eines abhängigen Beschäftigten herausbricht.

Stilistisch ist das Buch sehr unterhaltsam geschrieben und trotz Erklärung der Exponentailfunktion leicht verständlich. Ich konnte kaum aufhören zu lesen, so spannend fand ich es.

Ich empfehle das Buch allen, nicht nur allen Selfpublishern und Produzenten, sondern auch Medien- und Marketing-Leuten, Angestellten, Bloggern usw. Es bietet einen viele neue Ideen, wo sich unsere Wirtschaft gerade hin etwickelt.

Für mich erhält das Buch glatte fünf von fünf Punkten, weil es umfassend und gut belegt ist. Es ist geradezu ein Standardwerk, das aufzeigt, wo sich unser Wirtschaftssystems hin entwickelt.

Generation Z: Die Kuschelkohorte?

Titel: Generation Z: Wie sie tickt, was sie verändert und warum sie uns alle ansteckt

Autor: Christian Scholz

Verlag: Wiley-VCH

Genre: Sachbuch, populärwissenschaftlich (meine Einschätzung), Fachbuch würde ich eher nicht sagen, dafür fehlt mir die Wissenschatlichkeit!

Die Einteilung in eine Generation ist eine starke Verallgemeinerung, es ist auch Spekulation. Das gibt Christian Scholz selbst zu. Er führt eine Menge interessanter Literatur an, um seine vielen Thesen zu belegen. Literatur, die wiederum selbst Thesen beinhaltet. Direkte Nachweise seiner Aussagen, z.B. durch Statistiken fehlen weitestgehend. Deshalb ist dies sicher kein wissenschaftliches Buch – allenfalls ein populär-wissenschaftliches.

Und trotzdem gelingt es ihm eine Menge interessanter Entwicklungen aufzuzeigen.

Der Großteil des Buches widmet sich der Charakterisierung der Mitglieder der Generation Z als Arbeitnehmer. Insofern ist es wohl für den klassischen PR-Berater und Recruiter eine gute Lektüre. Die „Kuschelkohorte“ wird beschrieben, als immer online und bequem, als anspruchsvoll. Dass man auch von zuhause aus oder vom Café aus arbeiten darf, wird genauso selbstverständlich angesehen, wie der pünktliche Feierabend. Hier hat der Autor sicher nicht ganz unrecht, denn dem Buch liegt die These zugrunde, dass die Generation Z es sich aussuchen kann, wo sie arbeitet. Denn uns werden laut vielen Hochrechnung eine Menge gut qualifizierter Arbeitskräfte fehlen. Ob diese Voraussagen so eintreffen werden, ist aber reine Spekulation. Eines ist jedoch klar, die jüngere Generation hat mehr Möglichkeiten, sich selbst zu verwirklichen. Heute kann man als Blogger, Youtuber, Selfpublisher oder mit handwerklichen Arbeiten auf etsy selbst ein Einkommen erwirtschaften, ohne darauf angewiesen zu sein, einen Job anzunehmen, der einem absolut nicht zusagt, zumindest wenn man gut ausgebildet ist. Falls es hierdurch tatsächlich zu einer Verknappung kommen sollte, die im Moment nur bestimmte Branchen (Handwerk) betrifft, dann werden Arbeitgeber in Zukunft wohl wirklich gute Arbeitsbedingungen anbieten müssen, um Nachwuchs zu bekommen.

Christian Scholz schreibt für die Wirtschaft – vor allem für den HR-Bereich. Die hier verbreitete Angst, dass in Zukunft nicht mehr die Arbeitgeber, sondern die Arbeitnehmer die Arbeitsbedingungen diktieren könnten, hat ihn offenbar zu diesem Buch motiviert. Immer wieder nimmt er diese Sichtweise auf, um aufzuzeigen, wie wichtig ein frühes Umdenken im Personalbereich notwendig ist. Bei mir erweckte er damit den Eindruck, dass er vor allem für sich als Berater und Redner werben möchte. Und sicher wird es genügend Firmen geben, die sein Konzept der Verallgemeinerung und Weissagung als Anlass nehmen werden, ihn als Berater anzuwerben.

Am Ende widmet der Autor sich dennoch der Generation Z als Konsumenten. Aufgrund der Knappheit dieses wichtigen Themas, wage ich zu spekulieren, dass hier nicht sein eigentliches Beratungsgebiet liegt. Dennoch stellt er hier wichtige Ergebnisse heraus: Nämlich die Wichtigkeit von „Kuratoren“: Also von Menschen, die in Blogs, Youtube oder Social Media für ein Produkt oder eine Marke werben. Damit hat er eine sicher richtige, wenn auch relativ offensichtliche Veränderung im Handel festgestellt (ähnlich bei Chris Anderson in The Long Tail).

Er stellt heraus, dass das Produkt in Zukunft wichtiger ist, als die Marke. Bei diesen Ausführungen fehlt mir leider die Belegung dieser Spekulation. Außerdem bleiben im Gegensatz zum HR-Bereich im ersten Teil des Buches die Ausführungen sehr kurz und vage.

Stilistisch ist das Buch unterhaltsam und kurzweilig geschrieben. Es hat Spaß gemacht es zu lesen. Für alle, die im HR-Bereich tätig sind, ist es sicher empfehlenswert sich auf diese Weise dem Thema Veränderung in der Nachwuchsgewinnung zu nähern.

Für mich leider nur 3 von 5 Punkten.

Denn trotz gutem Unterhaltungswert und einer guten Zusammenfassung, der zur Generation Z erschienen Literatur, ist der Wahrheitsgehalt fragwürdig. Daher ein Punkt Abzug wegen des mangelndes Wahrheitsgehaltes und der vielfachen Spekulation, einen weiteren Punkt Abzug, gibt es, weil ich mir mehr Statistiken erhofft hatte oder zumindest teilweise der Verweis auf wissenschaftliche Studien.

Tattersall Mannheim

Heute nix geschafft: Oder was ich mache, wenn ich mich zu gar nichts motivieren kann

Da ich länger nichts habe von mir hören lassen, wollte ich wenigsten etwas sehen lassen:

Wenn ich mich zu nichts motivieren kann, dann brauche ich entweder Natur, Sport, ein Buch oder ich muss ein Bild malen.

Heute entstand ein Bild, dass ich schon länger geplant habe. Ich hatte sehr viel Spaß dabei, die Zeit verging wie im Flug und ich habe ca. 8 Stunden gebraucht. Immerhin ist es 40 x 60 cm groß (Acryl auf Leinwand). Jetzt bleibt nur die Frage, wohin damit.

Jetzt habe ich hoffentich genug Kreativität raus gelassen, um den ganzen anstehenden Verwaltungskram, Formatierungen usw zu machen, sowie einen neuen Blogartikel zu schreiben. Ich bin richtig erleichtert und glücklich, wenn ein Bild, das schon so lange in meinem Kopf war und raus wollte, endlich raus ist.