Plötzlich fühlt man sich nackt.

Ich wusste es ja vorher. Ich habe deshalb auch lange mit mir gerungen. Soll ich meine Werke veröffentlchen? Mit meinen unperfekten Bildern in die Öffentlichkeit gehen, obwohl ich weiß, dass sie so unperfekt sind und sich weder mit der Kunst aus dem Kunstbetrieb noch mit guten Illustrationen messen können?

Und natürlich hakelte es Kritik. Das ist klar, sobald man etwas veröffentlicht, wird man auch kritisiert. Es kommen nicht mehr nur postitive Beglückwünschungen, wie wir sie von unseren Freunden gewohnt sind. Sondern es kommt Krtitk, die uns in Frage stellt, die uns erschüttert oder sogar zunichte macht.

Klar ist, Kunst machen ist, als würde man nackt in der Öffentlichkeit stehen. Im Gegensatz zu allen anderen Berufen, offenbart der Künstler sein Innersten, seine Gefühle und dafür hakelt er oft ziemlich harte Kritik. Insofern würde ich sagen, Künstler oder Autor zu sein, ist ein sehr harter Job.

Oft habe ich mich gefragt, die befreundete Autoren stolz sein können auf einen Verriss in einer großen Tageszeitung. Und ich vermute, dass sie diesen Kommentar irgendwo versteckt haben, wo sie ihn nicht finden und dass sie ihn nach Jahren erst durch Zufall wieder fanden. Ich habe mich oft gefragt, wie lebt es sich damit, wie lange ist man wohl deprimiert, wann ist man wieder fähig weiter zu schreiben, malen, musizieren?

Bis ich es selbst erlebt habe. Jetzt weiß ich:

Bei einem Freund ausheulen.

Drei Tage zuhause und nur im Notfall raus gehen.

Unmengen Süßkram.

3 ganze Staffeln einer neuen Serie ansehen (in diesem Fall Downton Abbey).

Nicht die Eltern anrufen, die merken sofort dass es einem nicht gut geht.

Nicht malen, nicht schreiben, nicht posten, nicht liken, keine Mails, keine Telefonate.

Und ich habe es überstanden. Ich habe es reflektiert. Die einzelnen Teile und Nuancen analysiert. Ich weiß wieder wer ich bin und warum ich es mache, was es für mich bedeutet und dass ich es machen muss.

Gut, ich habe immer noch das Bedürfnis mir von anderen Fachleuten ein wenig Bestätigung zu holen.

Wie kann Kritik kommen, was kann sie bedeuten, wann ist sie persönlich?

Diese Fragen tauchten im Nachhinein auf und ich merkte, dass es verschiedene Motivationen für Kritik gibt. Ich schreibe, poste und lese lang genug, um nach der Abkühlen der ersten Wut und Scham, zu erkennen, welche Bestandteile dieser Kritik ernst gemeint waren, welche Bestandteile aus fachlischer Sicht gut gemeint waren, welche persönlicher Überlegenheit geschuldet waren und welche dazu dienten, sich besser zu fühlen, indem man einen anderen fertig macht. Und ja, Menschen die positiv kritisieren kenne ich auch. Und es gibt wohl genug Menschen, die Kritik gerne nutzen, um sich besser zu fühlen.

Und noch ein Wichtiges!

Kritik, die unter dem Deckmantel der Professionalität steht, dient oft dem Verstecken eines noch schwächeren Selbstbewusstseins.

Deshalb!

Nur Mut!

An alle, die für ihre Daseinsberechtigung noch kämpfen!

Wir schaffen das!

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