Inside the Writer’s Room

Die amerikanischen Serien haben es mir und auch den meisten deutschen Fernsehzuschauern angetan. Durch immer mehr Streaming-Anbieter wie z.B. Netflix, Amazon, YouTube-Serien usw. ist der gesamte Deutsche Markt in Bewegung.

Die amerikanische Methode, im Team Serien zu konzipieren, ist ein neuer Weg, den ich gerade unter Anleitung des Drehbuchautors Alex David bestreite. Ich habe schon seit ein paar Jahren die Erfahrung gesammelt, dass die besten Ideen entstehen, wenn man mit anderen Kreativen, Künstlern, Autoren gemeinsam an etwas arbeitet. So arbeite ich im Moment mit verschiedenen Künstlern, Autoren und Musikern aus dem Rhein-Neckar-Raum an mehreren eBooks, Büchern und Apps, Musikvideos und YouTube-Videos.

Ich bin gespannt, was das Arbeiten im internationalen Team des Writer’s Room bringen wird. Erste Erfolge dank der sturkurierten Arbeitsweise von Alex David haben sich bereits gezeigt. Ich freue mich auf drei Monate intensiver Arbeit in einem tollen Team.

Die saubere Welt des Inspector Barnaby

Die englische Serie Inspector Barnaby läuft seit Jahren auf ZDF, einem öffentlich-rechtlichen durch Steuermittel subventionierten Altmedium, wie wir dies in jungen Autorenkreisen inzwischen nennen. Einer der wohl berühmtesten deutschen Fans der Serie soll Angela Merkel sein. Ich habe die Serie einige Male selbst gesehen und mich irgendwie dabei total gelangweilt. Irgendwann habe ich mich gefragt, woher die Langeweile rührt.

Da wäre dramaturgisch zu nennen, dass die Folgen irgendwie alle total gleich ablaufen, was bei einer Serie aber üblich ist. Es gibt keine besondere Struktur, es gibt – zumindest für junge Menschen – gähnend langweilige Verbrechen.

Aber das schrägste ist das Setting. Das es mir nicht gleich aufgefallen ist. Ein Freund musste mich darauf hinweisen. Es ist nicht nur die erfundene Grafschaft Midsommer. Hier ist alles noch beim Alten. Die Autos sind zwar neu, aber die Häuser sind alle alte niedliche Fachwerk- und Backsteinhäuschen. Es ist immer sauber. Keine billigen Betonburgen, keine Sprayer, keine Flaschensammler, keine Bettler, keine Punks, keine assozialen Subjekte, keine arme Unterschicht, keine Männer, die im Park morgens schon ihr Bier trinken, keine Mütter, die mit Kippe im Mund den Kinderwagen vor sich her schieben. Und das „Allerbeste“: keine Migranten, keine Afrikaner, Pakistanier, Inder oder sonst irgendwelche Gruppen, von denen Großbritanien nun wirklich seit Beginn der Kolonialisierung genug hat und die inzwischen auch in den kleinsten, saubersten und britischsten Orten fester Bestandteil der Gesellschaft und des Stadtbildes sind.

„Ethnisch gesäubert“ nenne ich das! Ein Thema, dass die Produzenten der Serie ebenso totschweigen wie die öffentlich-rechtlichen Einkäufer, die das in Deutschland ausstrahlen. Eine heile Welt für Menschen, die sich nach alten Zeiten zurück sehnen. Jetzt wundert mich nicht mehr, dass Angela Merkel Fan der Serie ist. Es passt ins restliche verklärende Programm der öffentlich-rechtlichen Altmedien, deren Zuschauer im Schnitt auch nicht jünger werden. Es ist die Sehnsucht nach der heilen Welt, die im Programm von Inspector Barnaby bis Traumschiff und Rote Rosen mitschwingt.

Steuerfinanzierter Realitätsverlust – nenne ich das – oder staatlich geförderter Eskapismus.

Hier geht’s zum steuerfinanzierten Programm der öffentlich-rechtlichen:

Programm von ARD

Programm vom ZDF