Finanzamt leidet unter Realitätsverlust

Am meisten freut man sich als Selbstständige, wenn ich mit der Steuererklärung mal wieder hinterher hänge und es geht langsam auf’s Jahreende zu. Das Finanzamt schickt nette Briefe auf Recyclingpapier, um mich aufzufordern doch endlich die Steuererklärung einzureichen. Ich habe meine Briefe über einige Umwege dann kurz vor Jahresende auch noch erhalten. Das Finanzamt schickte sie an eine frühere Anschrift, unter der ich seit Jahren nicht mehr gemeldet bin. Ich erledigte brav meine Steuererklärung mit geringfügiger Verspätung und legte gegen das verhängte Zwangsgeld einen Widerspruch ein. Die Briefe gingen ja an eine falsche Adresse. Man ahnt nicht, wie das Finanzamt reagierte! „Gegen welche Verwaltungsakte legen Sie Widerspruch ein? Unseres Wissens liegen keine vor.“

Ich hab mich halbtot gelacht. Ich dachte erst mal ich spinne, dann suchte ich die Androhungen heraus. Waren alle von 2014. Merkwürdig, dachte ich. Aber offensichtlich gibt es mich in der Realität des Finanzamtes zweimal. Ich rief an, um heraus zu bekommen, ob ein zweiter Datensatz existiert. „Nein.“ war die Antwort. Da macht sich dieses System, das unsere Steuererklärungen bearbeitet offensichtlich selbstständig und schreibt mir Androhungen ohne Wissen des zuständigen Sachbearbeiters unter falschen Adressen? Das konnte oder wollte mir das Finanzamt auch nicht erklären. Ich frage mich jetzt immer, wer da wohl die Androhungen raus schickt? Ein netter kleiner Algorithmus, der keinen Kaffee trinkt und Freitags nicht um Zwölf Schluss macht? Wenn ich den treffe, den Algorithmus! Dem muss ich glatt danken, für das Verwirrspiel, denn so bin ich mal wieder ungeschoren davon gekommen.

Und die Moral von der Geschicht: Computer machen auch Fehler. Frage mich, wie oft so was passiert. Das erinnert mich an diese Science-Fiction-Stories, in denen eine Machine zum Ergebnis kommt, dass ich eine Krankheit habe, sterben muss, ein Verbrechen begehen werde usw.

Und es erinnert mich an ein Gespräch mit einem Freund, der meinte, dass all die Informationen, die uns heute zur Verfügung stehen und die aufgrund des vielfachen Filtern, Teilens, Weiterfiltern und Weiterteilens irgendwann ein Eigenleben bekommen und eine zweite Realität erschaffen: Die Hyperrealität. Also dann, mich gibts bei einer der wichtigsten Behörden zweimal. Hab ich jetzt Angst, dass beim Datenabgleich eine zweite Realität in weiteren Behörden erzeugt wird, die vielleicht gegen irgendwelche Gesetze verstoßen hat? Könnte eine meiner Identitäten irgendwann verknackt werden? Ich sage nur: Entscheidung aufgrund der Aktenlage! Nett, ich hoffe, die suchen mich immer unter der falschen Adresse, sonst finde ich das irgendwann nicht mehr lustig. Gut, diesmal hat es mir geholfen, aber richtig lustig ist es nicht, wenn man darüber nachdenkt. Also bleibt die Hoffnung, dass am Ende doch immer ein Mensch nach dem rechten sieht und am Ende den Stecker zieht???

Die Bibliothek der Zukunft

In Zeiten des extremen Wachsens der Wissens- und Datenmengen werden Bibiliotheken andere Zwecke und Nutzungen anbieten müssen als in der Vergangenheit. Die Bibliotheken haben heute nicht mehr nur die Funktion einer reinen Präsenzbibliothek. Andere Funktionen treten in den Vordergrung, wie z.B. als Treffpunkt, Kulturraum, Veranstaltungsort, Ort des Lernens, als digitale Bibliothek. Hierzu gehören neben einer neuen offenen Architektur auch der Ausbau digitaler Medienangebote und eine gute Öffentlichkeitsarbeit. Ein Blog gehört inzwischen für einige deutsche Bibliotheken zum wichtigen Instrument der Öffentlichkeitsarbeit, so zum Beispiel bei der Stadtbibliothek Wolfsburg.

Mehr Infos zur Bibliothek der Zukunft

Bibliothek der Zukunft in Berlin

Gronkh als Seelsorger der YouTube-Community

Seit kurzem sehe ich Let’s Plays bei YouTube. Gronkh ist derzeit der erfolgreichste deutsche Youtuber. Er hat seinen Erfolg weder den Computerspielen, die er spielt noch dem Spaßfaktor seiner Let’s Plays zu verdanken. Womit er seine Fans und Follower für sich gewinnt, sind die Geschichten, die er erzählt. Und zwar, persönliche Geschichten. Für die junge YouTuber-Generation scheint er eine Art Seelsorger zu sein, der Halt gibt und ehrliche Werte vermittelt. Dadurch erreicht er eine hohe Authentizität. Auch die Kommentare auf YouTube bestätigen diese Einschätzung. Von Gronkh kann man lernen, wie authentisches Storytelling heute funktionieren muss.

Das Let’s Rutsch von Gronkh ist eine Art Reflektion und Lebensberatung:

Gronkhs Let’s Rutsch 2015

News aus dem eBook- und ePaper-Markt

Mit eScoop gibt es endlich eine News-Dienst für den eBook- und ePaper-Markt. Für alle Selfpuplisher und Verlage, die im ebook-Bereich tätig sind, aber auch für Medienschaffende und Produzenten im Fernseh- und Radiobereich ein wichtiger Dienst, der wichtige Zahlen und Entwicklungen sammelt.

eScoop

Ebenfalls sehr informativ und relevante Artikel zum eBook-Markt liefert:

buchreport.de

Für eBooks gelten andere Regeln

Leider sind eBooks den gedruckten Büchern rechtlich noch lange nicht gleich gestellt. Eine entsprechende Novellierung des Urhebergesetzes ist dringend notwendig, ebenso wie die steuerliche Benachteiligung von eBooks.

In diesem Artikel werden die rechtlichen Unterschiede zwischen eBook und gedrucktem Buch erklärt. Selfpublisher sollten sich genau so wie der kleinste Verlag mit diesen Rechtsunterschieden auseinandersetzen, vor allem, wenn es um Kopierschutz und Autorenverträge geht.

iRightsinfo

Hier geht’s zum Artikel des Deutschen Bibliotheksverbandes, hier geht es vor allem um Ausleihrechte.

Bibliotheksportal

Warnung vor Druckkostenzuschussverlagen

Jeder Autor träumt verständlicherweise davon sein Buch irgendwann gedruckt in Händen zu halten und es im Buchladen zu finden. Warum Druckkostenzuschussverlage nicht zur Verwirklichung dieses Traumes beitragen, erklärt hier der SWR Marktcheck:

SWR Marktcheck

Endlich gibt es auch deutsche ebook-Blogs

In den USA ist der ebook-Markt ja schon weiter und hat einen wesentlich größeren Marktanteil als in Deutschland. Deshalb gibt es dort seit einigen Jahren ebook-Blogs, an die man als Selfpublisher/Autor seine ebooks schicken kann. Diese rezensieren dann das ebook, was ein wichtiges Marketinginstrument für Selfpublisher/Autoren ist.

EBOOK-CAFE

Es gibt noch einige mehr, doch sie sind entweder nur klein und haben kaum noch Kapazitäten, oder sie sind an große Verlage/Mediengruppen gebunden.

Es lohnt sich auf jeden Fall, im Internet nach solchen Blogs zu suchen, sie anzuschreiben und kostenlose Rezensionsexemplare zu schicken.

Hier könnt ihr nachlesen, warum diese Blogs so wichtig sind:

selfpublishing academy

YouTube und seine Kinder

Ich lese gerade das Buch „YouTube und seine Kinder“ von Achim Beisswenger. Darin wird eine sehr erhrliche und selbstkritische Zukunftsvision unserer Bewegtbild-Medien entworfen.

Das Buch ist ein Muss für alle, die im Medienbereich tätig sind, vom Film/Fernsehen über Autoren, Blogger, YouTuber, Werbeleute usw.

Ich habe davor für meine Projekte einige Bücher im Bereich Film- und Fernsehproduktion und Stoffentwicklung in der Medienbranche gelesen, aber keines war so nah am Puls der Zeit. Ich kann es jedem emfpfehlen, der irgendwie mit Medien zu tun hat. Man kann die Spannung des Umbruchs, die im gesamten Medienbereich gerade stattfindet, förmlich mit empfinden.

Hier geht’s zum Buch

About

Warum ich diesen Blog schreibe. Weil es noch nicht genug Blogs gibt? Nein, eigentlich gibt es unendlich viele. Weil das heute fast alle machen? Quatsch. Weil es dazu gehört? Wozu? Zum Beruf des Autors? Ja, vermutlich schon. Diese Antwort erhalte ich zumindest von vielen anderen bloggenden Autoren. Außerdem ist es eine gute Übung. Endlich wieder regelmäßig kleine Texte zu schreiben. Texte, in denen man eine Geschichte erzählen kann, ohne gleichzeitig an irgendwelche Literaturwettbewerbe zu denken, ohne sich in Frage zu stellen, ob man gut genug schreibt, ohne perfektionistischen Anspruch, ohne über den dramaturgischen Aufbau zu sinnieren. Das ist eine ganze Menge.

Ich möchte hier auch über Themen berichten, über die beim Schreiben und Publizieren gestolpert bin. Das sind einige: Vor allem aber möchte ich andere ermutigen weiter zu schreiben und selbst zu veröffentlichen, damit Geschriebenes nicht in Schubladen versauert, damit Texte Leser erreichen, damit Autoren endlich nicht mehr von Verlagen und deren Verlagsprogrammen abhängig sind. Sie haben richtig gehört, ich möchte Sie ermutigen zu Schreiben und zu Publizieren, so wie ich seit einigen Jahren Freunde und Bekannte ermutige, immer wieder an Ihren Texten zu arbeiten und sie selber zu verlegen.

Für mich ist Schreiben eine Art der Unterhaltung und ich möchte meine Leser auf vielfältige Weise unterhalten. Deshalb werde ich nicht nur Wissenswertes und Interessantes zum Thema Schreiben bloggen, sondern auch aus anderen Medienbereichen. Bei mir hört das Geschichtenerzählen also nicht beim reinen Text auf, sondern geht darüber hinaus in andere Künste und Medien. Meine Bilder sind selbst fotografiert oder gemalt, um nur einige meiner Hobbies zu nennen.

Das Geschichtenerzählen hat noch andere Ebenen und Zwecke als nur die Unterhaltung und Informationsvermittlung. Es gibt professionelles Storytelling für Journalisten und für Werbefachleute. Firmen erzählen uns die Geschichte Ihres Unternehmens. Dies tun sie häufig in Werbevideos oder -relativ neu – mittels Branded Entertainment oder mit viralem Marketing. Alles das sind Formen des Geschichtenerzählens. Alle diese neuen Formen beruhen auf der einzigartigen Fähigkeit des Menschen Geschichten zu erzählen. Darüber möchte ich schreiben, denn darum dreht sich mein Leben und das möchte ich mit euch teilen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen meines Blogs. Für Anregungen und Feedback bin ich jederzeit dankbar.